„Natur digital begreifen“ erfolgreich abgeschlossen – Nachfolgeprojekt „Nadib 2.0“ startet

Vor rund dreieinhalb Jahren wurde am Standort Erlebniswald Historischer Tiergarten Siegen das Projekt „Natur digital begreifen“ ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war es, Besucherinnen und Besuchern die komplexen ökologischen Zusammenhänge im Wald auf innovative und digitale Weise näherzubringen. In diesem Zeitraum wurden zahlreiche thematische Module entwickelt, die sowohl vor Ort als auch online spannende Einblicke in die verborgenen Prozesse eines Waldökosystems ermöglichten.

Herzstück des Projektes ist eine nutzergruppengerecht gestaltete Homepage, die unterschiedliche Altersgruppen anspricht und einen niederschwelligen Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen bietet. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Die Besucher können dort Wissenswertes über den Lebensraum Wald, seine Tier- und Pflanzenwelt sowie über ökologische Wechselwirkungen und natürliche Kreisläufe erfahren. Digitale Lernangebote, interaktive Inhalte und multimediale Aufbereitungen tragen dazu bei, Naturerlebnisse nachhaltig zu vermitteln und Umweltbildung zeitgemäß zu gestalten.

Mit dem Ende der Projektlaufzeit im Juni 2026 endet zwar das Projekt „Natur digital begreifen“, jedoch keineswegs die erfolgreiche Arbeit rund um digitale Naturvermittlung. Im Gegenteil: Aufgrund der äußerst positiven Resonanz bei Besuchern, Bildungseinrichtungen und Projektpartnern konnte die Biologische Station Siegen-Wittgenstein eine Förderzusage der NRW-Stiftung für ein Folgeprojekt einwerben.

Unter dem Titel „Nadib 2.0 – Vom Wald zu kulturhistorischen Folgelandschaften“ startet nun die nächste Projektphase. Aufbauend auf den erfolgreichen Strukturen und Erfahrungen des Vorgängerprojektes werden die bestehenden Inhalte nicht nur fortgeführt, sondern sowohl räumlich als auch thematisch deutlich erweitert.

Neben dem weiterhin zentralen Standort Erlebniswald Historischer Tiergarten Siegen werden künftig zwei weitere bedeutende Naturschutz- und Kulturlandschaftsstandorte in das Projekt integriert: die Trupbacher Heide sowie das Grubengelände Littfeld. Die etablierte Homepage bleibt als digitale Plattform erhalten und soll um neue Inhalte, Lernmodule und interaktive Angebote ergänzt werden.

Thematisch rücken künftig insbesondere Kulturfolgelandschaften in den Mittelpunkt. Dabei handelt es sich um Lebensräume, die durch frühere menschliche Nutzungen geprägt wurden und heute häufig einen hohen ökologischen Wert besitzen. So entstanden beispielsweise auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der Trupbacher Heide artenreiche Heide- und Offenlandflächen, die zahlreichen spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Auch das ehemalige Erzabbaugebiet am Grubengelände Littfeld stellt ein eindrucksvolles Beispiel dafür dar, wie sich aus historischen Nutzungsformen wertvolle Lebensräume mit einer besonderen Artenvielfalt entwickeln können.

Für die kommenden Jahre sind zahlreiche neue Module geplant. Neben Angeboten zum Thema Offenlandökologie sollen auch Lebensräume an und in Gewässern stärker in den Fokus rücken. Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den „Tieren der Nacht“ liegen. Moderne digitale Vermittlungsformate sollen dabei Einblicke in die oftmals verborgene Lebensweise von Fledermäusen, Nachtfaltern, Eulen und weiteren nachtaktiven Arten ermöglichen.

Neben der NRW-Stiftung wird das Projekt von der Sparkasse Siegen und der Volksbank Südwestfalen mitfinanziert.

Text: Jasmin Mantilla

 

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