Fledermäuse sind auf geeignete Quartiere angewiesen, finden in unserer heutigen Landschaft jedoch immer seltener natürliche Unterschlüpfe. Alte Bäume mit Höhlen, Spalten oder abstehender Rinde fehlen vielerorts. Fledermauskästen können diesen Mangel zumindest teilweise ausgleichen und bieten zahlreichen Arten wichtige Ruhe-, Tages- und Fortpflanzungsquartiere.
Die Biologische Station führt daher regelmäßig Kontrollen von Fledermauskästen im Kreisgebiet durch. Dabei wird erfasst, welche Fledermausarten die Kästen nutzen und in welcher Anzahl sie vorkommen. Diese Daten liefern wertvolle Informationen über die Bestandsentwicklung einzelner Arten und helfen dabei, Schutzmaßnahmen gezielt zu planen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig werden die Kästen bei Bedarf gereinigt und auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, damit sie auch langfristig als geeignete Quartiere zur Verfügung stehen.
Fledermauskästen sind jedoch nur ein Baustein im Artenschutz. Die Biologische Station verknüpft ihre Kastenreviere deshalb mit weiteren habitatfördernden Maßnahmen. Dazu gehören beispielsweise die Förderung strukturreicher Wälder, die Entwicklung geeigneter Jagdlebensräume, der Erhalt alter Bäume sowie die Anlage und Pflege von Gewässern und Offenlandbereichen. Nur das Zusammenspiel aus Quartieren und hochwertigen Lebensräumen ermöglicht den Fledermäusen dauerhaft gute Lebensbedingungen.
Im Kreis Siegen-Wittgenstein befinden sich zudem einige besonders bedeutsame Kastenreviere der seltenen Bechsteinfledermaus. Diese auf naturnahe Laubwälder spezialisierte Art zählt zu den seltensten Fledermäusen Deutschlands und nutzt Fledermauskästen häufig als Ersatz für natürliche Baumhöhlen.