Hinter den Kulissen - Wintermonitoring Fledermäuse

Hinter den Kulissen – Wintermonitoring Fledermäuse

Ehemalige Bergwerksstollen spielen als Winterquartiere vieler Fledermausarten eine zentrale Rolle. In Regionen ohne natürliche Höhlen ersetzen sie diese Habitate teilweise vollständig und sind damit für den Erhalt ganzer Populationen von unterirdisch überwinternden Arten von großer Bedeutung.

Durch die lange Bergbaugeschichte im Kreis Siegen-Wittgenstein existieren hier viele Stollen, die natürliche Höhlen ersetzen und heute einen wesentlichen Teil der regionalen Winterquartierkulisse ausmachen.

Beim Wintermonitoring werden solche Stollen sehr schonend begangen, um Anzahl, Artzusammensetzung und Quartierstruktur zu erfassen, ohne die Tiere aus der Winterruhe aufzuscheuchen. Das Monitoring von Fledermäusen in Winterquartieren ist dabei auch ein fester Bestandteil der gesetzlichen Verpflichtungen aus der FFH‑Richtlinie der EU.

Fledermäuse fahren im Winter ihren Stoffwechsel stark herunter, senken Körpertemperatur und Herzfrequenz und verbringen die meiste Zeit in einem Zustand tiefer Winterruhe, der Energie spart und es ihnen ermöglicht, mehrere Monate ohne Insektennahrung zu überdauern.

Bei diesem Monitoring konnten 65 Große Mausohren, 10 Wasserfledermäuse, sieben Bartfledermäuse und zwei Fransenfledermäuse gezählt werden. Daten aus solchen Monitorings dienen als Grundlage, um Schutzmaßnahmen anzupassen, Gefährdungen zu erkennen und den günstigen Erhaltungszustand der Fledermäuse langfristig zu sichern.

Die Stollen sind aber nicht nur für Fledermäuse von Bedeutung, sondern auch für Amphibien wie den Salamander.

Wir bedanken uns beim Verein für Siegerländer Bergbau recht herzlich für die Unterstützung.

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