Toter Rotmilan wurde mit zwei in der EU verbotenen Giftstoffen vergiftet!

Nun bestätigt sich der erste Verdacht- der tote Rotmilan, der Mitte Mai geborgen wurde, wurde mit den Giften E605 (Parathion) und Diazion vergiftet!

Dramatische Ereignisse hatten sich Mitte Mai in einem Horst im Vogelschutzgebiet "Wälder und Wiesen bei Burbach und Neunkirchen" abgespielt, als Mitarbeiter der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein per Live-Kamera, fast wie in einem Krimi miterlebten, wie ein Rotmilan zu Tode kam. 

Der toxikologische Befund, der nun vorliegt, gibt Grund zur Sorge:  Bei den gefundenen Giftstoffen handelt es sich um Substanzen, die ursprünglich als Insektizide verwendet wurden. Ihr Vertrieb, Erwerb und Besitz in der EU ist jedoch seit 2002 bzw. 2007 verboten. Vermehrt werden die Giftstoffe jedoch gezielt eingesetzt, um ungewünschte Wirbeltiere zu töten. Dies können Krähen, Waschbären oder auch Greifvögel sein. Unabhängig davon, für welches Tier ein Giftköder ausgelegt wird, können auch jegliche anderen Aasfresser durch den Verzehr zu Tode kommen – dies kann auch Haustiere wie Hunde und Katzen betreffen. Bei beiden Giften handelt es sich um Cholinesterasehemmer und damit um Giftstoffe, die eine besonders hohe Toxizität gegenüber Wirbeltieren aufweisen.

Die Biologische Station bittet um Mitteilung bei Auffindung von Ködern und/oder toten Greif- und Krähenvögel sowie Eulen, insbesondere im Raum Burbach.

Den beiden geretteten Jungtieren geht es weiterhin gut, sie können dank des Einsatzes der Bergischen Greifvogelhilfe voraussichtlich diesen September ausgewildert werden.

 

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